Ze serbskego swěta | Aus der sorbischen/wendischen Welt
Drasta Digital 4 – Digitale Rekonstruktion, Bewahrung und Transformation
Im November 2025 organisierte das Projekt Drasta Digital 4 Workshops, die sich mit der Digitalisierung sorbischer Trachtenelemente sowie der gesellschaftlichen Bedeutung von kulturellem Erbe im digitalen Raum beschäftigten. Am 19. November in Radibor und am 22. November in Cottbus trafen sich Expertinnen und Experten, Kulturinteressierte und digitale Innovatoren, um in die Welt der 3D-Rekonstruktion und des Textil-Scannens einzutauchen, sich auszutauschen und zu weiteren Diskussionen anzuregen.
Einblicke in die digitale Forschung und Entwicklung
Das Projekt Drasta Digital 4, das sich mit der digitalen Erfassung und Rekonstruktion sorbischer Trachtenelemente beschäftigt, präsentierte im Rahmen der Workshops aktuelle Forschungs- und Entwicklungsstände. Als ein Projektziel wurde das Bewahren der einzigartigen Details und Formen sorbischer Trachten in digitaler Form besprochen. Dabei wurde deutlich, dass die Digitalisierung des kulturellen Erbes nicht nur innerhalb der Forschung einen großen Dienst leisten kann, sondern auch in der Vermittlung und dem Erhalt von Kulturtraditionen.
Besonders beeindruckend war der Einblick in neue Textil-Scan-Technologien, die es ermöglichen, die feinen Strukturen und Muster der traditionellen Textilien in hoher Präzision zu digitalisieren. Diese Technologien, aber auch die genaue Erforschung und Auseinandersetzung sowie die Zusammenarbeit mit Trachtenexperten/innen eröffnen die Möglichkeit, Materialeigenschaften und Herstellungstechniken der Trachten zu bewahren und zugänglich zu machen.

Die gesellschaftliche Dimension von Kultur im digitalen Raum

Ein weiterer wichtiger Punkt der Veranstaltung war die Diskussion über die gesellschaftliche Dimension von kulturellem Erbe im digitalen Zeitalter. In einer Welt, in der immer mehr Kulturgüter digitalisiert werden, stellen sich Fragen nach dem Wert und der Bedeutung dieser digitalen Repräsentationen. Was passiert mit der Authentizität einer Tradition, wenn sie durch Technologie zugänglich gemacht wird? Und wie verändert sich die Wahrnehmung von kulturellem Erbe, wenn es nicht mehr nur physisch, sondern auch virtuell erlebbar ist?
Die Workshops boten eine Plattform, um über diese Fragen nachzudenken. Es wurde darüber diskutiert, wie der digitale Raum als Katalysator für die Transformation von Traditionen dienen kann. Dabei ging es nicht nur um die Bewahrung von Traditionen, sondern auch um deren Weiterentwicklung und Anpassung in der heutigen Zeit. Die Verschmelzung von digitaler Technologie und kulturellem Erbe kann Chance sein, Traditionen auf eine neue Art und Weise zugänglich und erlebbar zu machen. Dabei sollte aber immer auch, so die kritischen Stimmen, die enge Bindung zwischen kulturellem Erbe, gelebten Traditionen und der eigenen Identität mitgedacht werden.
Sensibel und wertschätzend mit dieser Identitätsbindung umzugehen und die Gradwanderung zwischen Bewahrung und Weiterentwicklung immer wieder zu meistern, stellen bei den digitalen Transformationsprozessen eine besondere Herausforderung dar.
Die Workshops zeigten, wie digitale Technologien eine wertvolle Ergänzung zum Schutz und zur Bewahrung des kulturellen Erbes darstellen können. Besonders die Einbeziehung von 3D-Technologie und Textil-Scanning stellt eine Innovation dar, die nicht nur für die Forschung, sondern auch für die Bildung und den Austausch zwischen verschiedenen Kulturen wertvoll sein kann.
Durch die Veranstaltung wurde auch deutlich, dass der Dialog zwischen Kulturschaffenden, Forschenden und denjenigen, die die Kultur und Traditionen leben, entscheidend ist, um den digitalen Wandel in der Kulturvermittlung und -bewahrung erfolgreich zu gestalten. Die Frage nach der Transformation von Traditionen wird dabei auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, die kulturelle Vielfalt und das Erbe der sorbischen Gemeinschaft zu bewahren und weiterzugeben.
Transparenzhinweis: Das beschriebene Projekt oder Ereignis wird oder wurde unabhängig vom Inwertsetzungsprojekt durchgeführt.




