Vorhaben
pśedewześe

Kapazitäts­entwicklung
wuwiśe kapacity

Heimatstuben sind Kristallisationspunkte sorbischer/wendischer Identität und gelebter sorbischer/wendischer Kultur. Das Lausitzer Museenland und die bereits entwickelte Struktur und Zusammenarbeit von über 40 musealen Einrichtungen im Landkreis Spree-Neiße bilden die Grundlage für das Sammeln, Bewahren, Forschen, Ausstellen und Vermitteln von Kultur und Geschichte der Niederlausitz.

Die Zusammenarbeit im Verbund soll erweitert und ausgebaut, die Partner stärker untereinander vernetzt werden. Dazu gehören Schulungen und Beratungen für Mitarbeiter in den musealen Einrichtungen; bspw. hinsichtlich Datensammlung & Datenaufbereitung, Digitalisierung oder auch hinsichtlich des sorbischen/wendischen Kulturerbes und dem Bezug zu unseren slawischen Nachbarn.

Geplant ist perspektivisch eine Erweiterung / Übertragung auf andere Landkreise.

Zu diesem Arbeitspaket gehört die Konzipierung und der Aufbau einer Kompetenz- und Beratungsstelle – als sorbischer/wendischer Ansprechpartner für Museen, Heimatstuben, touristische Anbieter und lokale Akteure. Des Weiteren soll dafür eine Modell-Gästeinformation im Heimatmuseum Dissen entstehen.

Inventari­sierung
inwentarizacija

In diesem Arbeitspaket finden Bestandsaufnahmen und systematische Aufbereitungen des wendischen/sorbischen kulturellen Erbes statt. Hierzu wurden zunächst vier Bereiche ausgewählt:

  • Die Sammlungen der musealen Einrichtungen
    Das Projekt untersucht die Sammlungen der kleinen, dezentralen Einrichtungen des Lausitzer Museenlands und fördert den Austausch über Fragen der Inventarisierung und der Pflege. Im Ergebnis sollen Handlungsempfehlungen und eine gemeinsame Strategie formuliert werden. [mehr]

  • Lebens- und Baukultur
    Ein weiterer Baustein ist die systematische Erfassung, Dokumentation und historische Verortung von materiellen, ortsspezifischen Zeugnissen sorbischer/wendischer Lebens- und Baukultur in Niederlausitz (Flurnamen, Bildmaterial…). [mehr]

  • Niedersorbische digitale Bibliothek
    Hier entsteht ein neuer Zugang zum sorbischen/wendischen Schrifttum zur Lektüre und als recherchierbarer Wissensspeicher. Dabei werden die Texte in hoher Qualität digitalisiert und aufwendig aufbereitet, sodass sie nicht nur gut lesbar, sondern auch effektiv durchsuchbar sein werden. [mehr]

  • Bräuche und Feste
    Ziel ist eine systematische und aktualisierte Bestandsaufnahme der seit 2014 auf der bundesweiten Liste des Immateriellen Kulturerbes verzeichneten gesellschaftlichen Bräuche und Feste der Sorben/Wenden im Jahreslauf. Um dieses Kulturerbe im Kontext der lokalen Akteure der musealen Einrichtungen und des Kulturtourismus in Wert zu setzen, bedarf es einer aktuellen und flächendeckenden Erhebung und zentralen Registrierung. [mehr]

Inwertsetzungs­strategien
strategije k walorizaciji

Ziel dieses Arbeitspaketes ist die Erarbeitung einer Inwertsetzungsstrategie in Form eines Dialogprozesses mit den Vertretern der Heimatstuben und Museen und weiteren, beteiligten Akteuren. Dem Dialogprozess vorgeschaltet ist die Durchführung einer Bestandsaufnahme der Kapazitäten, Aktivitäten und Rahmenbedingungen der betroffenen Einrichtungen (IST-Analyse) auf Grundlage von Befragungen. Der Dialogprozess mündet in eine Stärken-Schwächen Analyse und der Erarbeitung eines Aktionsplans, der exemplarische Modellvorhaben umfasst, die zum Teil auch im weiteren Projektverlauf erprobt werden sollen.

Verantwortlich für dieses Arbeitspaket ist das Sorbische Institut, das hierbei durch die Häfner und Laschewski – Lausitzer Institut für strategische Beratung GbR unterstützt wird.

Info: Häfner und Laschewski – Lausitzer Institut für strategische Beratung GbR (LI)
Dr. Lutz Laschewski und M.A. Daniel Häfner arbeiten seit mehreren Jahren in unterschiedlichen Kontexten eng mit dem Sorbischen Institut zusammen. In der Kooperation mit verschiedenen Partnern führen sie bereits seit 2010 Konferenzen im Bereich der Sorben/Wenden und der Transformation der Lausitz durch. Daraus sind u.a. folgende Publikationen hervorgegangen:

Erprobung von Angeboten
pśespytowanje póruncenjow

Auf Grundlage der Analysen werden erste, neue kulturtouristische Angebote entwickelt und mit regionalen Partnern erprobt. Hierbei sollen auch neue Vermittlungsformen für sorbische/wendische Inhalte entstehen.

Ein Schwerpunkt bildet dabei das Senftenberger-Spremberg-Land, für das ein Arbeitskreis aufgebaut und ein kulturtouristisches Entwicklungskonzept erarbeitet werden soll. Für dieses Vorhaben zeichnet sich das Sorbische Institut verantwortlich.

Um die touristischen Anbieter zu unterstützen und sicherzustellen, dass korrekte Informationen über die sorbische/wendische Kultur an die Gäste weitergegeben werden, wird ein Aus- und Weiterbildungskurs für Gästeführer entwickelt.

Zusätzlich entsteht ein Pool von internationalen Partnerschaften und Gästeführern, die auch ausländische Gäste sicher durch die sorbische/wendische Kultur leiten können.

Parallel werden Informationsmaterialien wie Flyer oder Webseiten aktualisiert bzw. neue Angebote entwickelt. Diese werden möglichst mehrsprachig entstehen (Sorbisch/Wendisch sowie Polnisch, Tschechisch, Englisch…).