Žywe adwentske wótpołdnjo połne zmakanjow a serbskeje tradicije / Ein lebendiger Adventsnachmittag voller Begegnungen und sorbischer Tradition
Am 15. Dezember 2025 öffnete sich im Rahmen des Lebendigen Adventskalenders das Türchen des Sorbischen Kollektivbüros/Serbski kolektiwny běrow in Spremberg/Grodk. Sowohl aus Spremberg als auch aus den nahegelegenen Ortschaften folgten viele Besucherinnen und Besucher der Einladung zu einem gemeinsamen vorweihnachtlich sorbischen Nachmittag.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der sorbische Weihnachtsbrauch des Christkindes „Źiśetko/Dźěćetko“, der gemeinsam von Łužycafilm, der Niedersorbischen Kulturakademie und dem Projekt zur Inwertsetzung des Immateriellen Kulturerbes vorgestellt wurde. Schon zu Beginn war die besondere Atmosphäre spürbar – erwartungsvoll, neugierig – aber vor allem geprägt durch eine große Offenheit für sorbische Kultur.

Ein besonderer Höhepunkt war der Überraschungsgast – das Źiśetko aus dem Cottbuser Raum. Astrid Schramm erklärte als Begleitung des Źiśetko einiges Wichtige zum Brauch, zu den regionalen Unterschieden und zu den Besonderheiten des sorbischen Christkindes. Anschließend wurde den Besucherinnen und Besuchern angeboten sich vom Źiśetko mit der Lebensrute segnen zu lassen. Die guten Wünsche des Christkindes für Gesundheit, Glück und Frieden nahmen viele dankbar an. Der Nachmittag bekam dadurch eine ruhige, besinnliche und zugleich sehr persönliche Note.
Im Anschluss wurde der Film „Hoblekaŕnje/Ankleidezimmer“ von Frauke Rahr gezeigt. Der rund 20-minütige Film, gedreht in Dörfern der Schleifer Region, gewährte eindrucksvolle Einblicke in die Geschehnisse hinter den Kulissen des Weihnachtsbrauches und rückte das Ankleiden des Dźěćetko in den Fokus. Aus den nachgehenden Ausführungen der Filmemacherin Frauke Rahr entwickelten sich lebendige Gespräche zum gezeigten Film, zu den Drehorten und Beteiligten, zu den sorbischen Bräuchen sowie zu den Hintergründen und Bedeutungen des Brauchs insgesamt.
Auch nach dem offiziellen Teil blieb der Raum erfüllt von anregendem Austausch. In geselliger Runde wurden Erfahrungen geteilt, Fragen gestellt und persönliche Eindrücke diskutiert. Der Nachmittag zeigte, wie lebendig und verbindend sorbische Kultur auch heute noch sein kann – besonders in der Adventszeit.
Die Veranstaltung machte deutlich: Der Lebendige Adventskalender ist mehr als ein Termin im Kalender. Er ist ein Ort der Begegnung, des Zuhörens und des gemeinsamen Erlebens von Traditionen, die Menschen über Generationen hinweg verbinden.
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